Vereinschronik

Die Geschichte des Vereins für Deutsche Schäferhunde OG 1920 Eschweiler

Es war im Mai 1920, als einige Männer nach einer Wanderung mit ihren Schäferhunden in die ehemalige Gaststätte Schieren am Schacht der Grube Reserve des EBV in Eschweiler-Nothberg einkehrten, um sich bei einem „kühlen Blonden“ zu erholen. Wenn Männer zusammensitzen, können sie stundenlang über ein und dasselbe Thema reden. In diesem Fall lautete das Thema: Deutscher Schäferhund.

Die Geburtsstunde der OG 1920 Eschweiler

Man erinnerte sich an Rittmeister a.D. Max von Stephanitz, der „Den Deutschen“ erst richtig bekannt machte. Man sprach über die Arbeit mit den Hunden und ihre Erziehung. Auch die Prüfungsordnung, vom Hauptverband in Augsburg gegeben, war durch andere Hundefreunde halbwegs bekannt. Plötzlich stand die Frage im Raum: Sollen wir nicht einen Verein gründen?

Eine Idee nimmt Gestalt an

Gesagt – getan. Man meldete sich beim Hauptverein in Augsburg und wurde noch im selben Jahr als Eschweiler Ortsgruppe anerkannt und gefördert. So geschah es, dass im Mai 1920 der Grundstein für den heutigen Schäferhundverein OG 1920 Eschweiler gelegt wurde. Fünfzehn Leute begannen mit der Ausbildung ihrer Schäferhunde. Zum ersten Vorsitzenden der neuen SV-Ortsgruppe wurde Bankdirektor Kruhm gewählt.

Verbindungen zu anderen Ortsgruppen

Gleichzeitig nahm die junge Ortsgruppe Kontakt auf zu den ebenfalls neu gegründeten Vereinen in Aachen Düren, Jülich und Hoengen auf. Es wurden Erfahrungen ausgetauscht und die Prüfungsordnung besprochen.

Die Arbeit mit den Hunden sowie die Aufgaben, die sich aus dem Vereinsleben ergaben, nahmen die Gründungsmitglieder von Anfang an ernst. Als Vereinsfarbe wählte man blau-gelb; die Farben wurden später auf die Vereinsfahne übertragen.

Erste Gehversuche…

In den ersten Jahren nach der Vereinsgründung widmeten die Mitglieder ihre gesamte Kraft der Entwicklung des Hundesports. Die Aufgaben, die mit der Verwaltung des Vereins verbunden sind, wurden anfangs eher stiefmütterlich behandelt. Nur einzelne Phasen des Aufbaus, die man für wesentlich hielt, wurden schriftlich festgehalten. Diese ersten Aufzeichnungen wurden durch eines der Gründungsmitglieder des Vereins, Josef Schmitz aus Eschweiler-Bohl, bestätigt.

In den beiden folgenden Jahren bemühte man sich konsequent, das sportliche Niveau sowohl in der Zucht auch in der Leistung ständig zu steigern. Zunächst wurden Erfahrungen gesammelt, als man zwei kleinere Schutzhund-Prüfungen ausrichtete. Dann wagte man eine erste größere Schau auf dem Driesch in Eschweiler.

… und erste Erfolge

Damals – am Anfang des 20. Jahrhunderts – war die Organisation einer solchen Veranstaltung mit wesentlich mehr Aufwand verbunden als heute. Man kannte noch nicht die zweckmäßig angelegten Übungsplätze, wie sie heute in der kleinsten Ortsgruppe zu finden sind. Die wenigsten SV-Mitglieder verfügten über Telefone oder gar ein Auto.

Trotzdem wurden seinerzeit 80 Hunde zur Teilnahme an der Schau auf dem Driesch gemeldet, was für den jungen Verein einen Riesenerfolg bedeutete. Zuschauer wie Mitglieder waren von dieser ersten großen Aktivität der Ortsgruppe 1920 Eschweiler hellauf begeistert.

Das Vereinsleben nimmt Gestalt an

Neben der Arbeit und der Ausbildung wurde auch das gesellschaftliche Vereinsleben gepflegt. Hin und wieder legte man Wandertage mit den Hunden ein – zur Freude von Mensch und Tier. In unregelmäßigen Abständen besuchten die Hundeführer Fachvorträge und suchten immer wieder den Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten. So wuchs die Mitgliederzahl ständig, und stetig wuchs auch der Spaß an der Ausbildung der Hunde.

Für die regelmäßige Übungsarbeit stand der Fußballplatz an der Talstraße zur Verfügung (für moderne Fußballer und Hundesportler ist die gemeinsame Nutzung eines Rasens heute wohl kaum noch vorstellbar). Nach vielen Stunden des Trainings und ermutigt durch zwei SV-Richter wagten die Vereinsmitglieder nun auch die Teilnahme an wichtigeren öffentlichen Prüfungen, und ihre Hunde verbuchten die ersten großen Erfolge.

Weiter geht es unter neuem Vorsitz

1925 übernahm Zahnarzt Hartwig den Vorsitz der Ortsgruppe 1920 Eschweiler, die innerhalb weniger Jahre auf 25 Mitglieder und 30 Förderer angewachsen war.

Zwei Veranstaltungen sorgten für große Begeisterung bei der Eschweiler Bevölkerung. Der SV zeigte den hundsportlichen Laien, wie ein Schäferhund im Ernstfall einen Überfall abwehren kann. Mut und Geschicklichkeit bewiesen die Hunde bei Sprüngen durch Feuerreifen sowie beim Überwinden von Hindernissen oder Erklettern von Leitern. Für die Unterhaltung der Zuschauer sorgten „Verbrecherjagden“, die an das Können der Tiere höchste Anforderungen stellten. Mit dieser Selbstdarstellung erwarb sich der Verein – jedoch besonders seine Hunde – viele Sympathien auf Seiten der Bevölkerung.

Die Übungsarbeit in Gruppen mit 15 Hunden sorgte für wesensfestes und nervenstarkes Hundematerial.

Weltwirtschaftskrise auch bei der OG 1920 Eschweiler

1927 bis 1932 spürte man auch im SV in Eschweiler, dass sich die Wirtschaftslage immer mehr verschlechterte. Erwerbslosigkeit, rasende Inflation und Geldknappheit zwangen die Ortsgruppe, sich in allen sportlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen einzuschränken. Die Aktivitäten im Verein nahmen drastisch ab, und in diesen Jahren konnten keine neuen Mitglieder gewonnen werden.

Die große Veränderung

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 begann eine Zeit, die das Vereinsleben wesentlich beeinträchtigte – eine Zeit, an die niemand gern zurückdenkt. Schon 1935 wurde der SV unter Aufgabe seines alten Namens dem Reichssportführer untergeordnet. Neue Einheitssatzungen entstanden, die auch der SV übernehmen musste. Damit fielen dem so genannten Dritten Reich die jahrzehntelange Arbeit und die Erfahrungen vieler Züchter zum Opfer. Die Zuchtideale eines Max von Stephanitz drohten verloren zu gehen. Die Ortsgruppe 1920 Eschweiler versuchte trotzdem, sich weiter zu behaupten. Man wollte den Hundesport und die damit verbundene Geselligkeit nicht ganz einschlafen lassen und veranstaltete deshalb hin und wieder kleinere Prüfungen, die in der gewohnten Ordnung, jedoch nur im internen Kreis auf Vereinsebene stattfanden.

Der Druck, der durch den Nationalsozialismus von allen Seiten auf die Menschen ausgeübt wurde, hatte Auswirkungen auf den Umgang der Leute untereinander. Aus Freund konnte schnell Feind werden. Wer mag wohl der armselige Wicht gewesen sein, der dem Verein die Arbeit mit den Hunden und eine kleine Prüfung nicht gönnte? Die Ortsgruppe wurde bei den Nazis angezeigt. Mit sofortiger Wirkung wurden daraufhin auch die kleinsten Veranstaltungen unter Strafe verboten.

Diese Vorkommnisse sorgten dafür, dass sogar unter den Vereinskameraden Misstrauen entstehen konnte. Fortan spürte man bei den Zusammenkünftern der Ortsgruppe eine gewisse Unsicherheit bei den Mitgliedern. Konnte man dem Gegenüber rückhaltlos vertrauen?

Die Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, in den Jahren 1936-1938, gestaltete sich das Vereinsleben immer schwieriger. Das Nazi-Regime löste nacheinander alle Vereine auf. Sie wurden gleichgeschaltet und der Kontrolle durch nationalsozialistische Behörden unterstellt. Das individuelle Vereinsleben in Deutschland erstickte vollendw. Der Hundeverband wurde zur Unterorganisation des „Reichsverbandes deutscher Kleintierzüchter“ und ein Geflügelbauer trat an seine Spitze…

Herr und Hund im Krieg

1939 brach der Zweite Weltkrieg aus und stellte den Hundesport ganz in den Hintergrund. Viele Mitglieder des SV mussten als Soldat Dienst tun. Ebenso kamen viele Schäferhunde zum Einsatz an den Fronten – sowohl aus Kämpfer als auch als lebendige Bomben. Sie galten den Machthabern als Symbole für Opferbereitschaft, die auch von den Menschen verlangt wurde. Natürlich wurde keine Rücksicht auf den Ader der Tiere genommen.

Die Angst vor Bombenangriffen war allgegenwärtig. Die Angst, wenn dann die Bomben fielen, begleitete die Menschen jeden Tag. 1944 wurde die Eschweiler Bevölkerung evakuiert.

Das Ende des Krieges

Anfang 1945 kam der totale Zusammenbruch des Dritten Reichs. Der Krieg war zu Ende. Not und Leid aber dauerten an. Jetzt hatten die Menschen andere Sorgen, als sich um die Ausbildung eines Schäferhundes zu kümmern. Es ging um das tägliche Brot und den Kampf ums nackte Überleben.

Zahlreiche Soldaten aus allen Nationen aber dankten damals den Deutschen Schäferhunden für deren Kameradschaft und Treue ein einer so schlimmen Zeit.

Neubeginn im SV

In den Jahren nach dem Krieg, 1946 und 1947, mussten im Verein für Deutsche Schäferhunde neue Zuchtlinien und eine gute Zuchtbasis mit Hilfe leistungsstarker Hunde geschaffen werden. Das war äußerst schwierig: Die besten Hunde waren im Kriegseinsatz geopfert worden. Auch die meisten guten Ausbilder waren im Krieg gefallen. Das waren Verluste, die verkraftet werden mussten und nicht so leicht aufzufangen waren.

Es gab jedoch eine große Nachfrage nach Deutschen Schäferhunden von Seiten verschiedener Besatzungsangehöriger und vieler Züchter. Manche unverantwortliche Zeitgenossen wollten durch eine wilde Zucht ohne Rücksicht auf Ahnentafeln Schäferhund-Welpen zum Kompensieren auf dem Schwarzen Markt feilbieten. Um diesem der Rasse schädlichen Treiben ein Ende zu bereiten, kamen auch in Eschweiler wieder einige beherzte Schäferhundfreunde zusammen, fest entschlossen, die Ortsgruppe 1920 Eschweiler wieder aufzubauen. Hier wie auch auf allen Ebenen des SV galt es, an die Erfolge aus der Vorkriegszeit anzuknüpfen.

Die Ortsgruppe 1920 Eschweiler macht weiter

Rektor Wirtz aus Eschweiler wurde im Jahr 1948 – mit Bestätigung der englischen Besatzungsbehörde (!) – kommissarischer Vorsitzender. Die Gaststätte Ganter am Markt wurde von den Sportsfreunden als Vereinsheim gewählt. Es kamen wieder 22 Gleichgesinnte zusammen, die sich über viele Umwege einen Hund hatten beschaffen können. Nun wurde auf dem Sportplatz Grünweiß an der Talstraße wieder trainiert wie in früheren Zeiten, so dass bereits am 5. September 1948 eine Schutzhundprüfung abgehalten werden konnte. Die Veranstaltung wurde ein voller Erfolg. Unter den teilnehmenden Hundefreunden fand man nach den vergangenen Jahren des Misstrauens neue Freunde. 1949 zog die Ortsgruppe um und wählte als Vereinsheim die Gaststätte Scholl auf der Dürener Straße (heute Stadtkrone). Prüfungen und Schauen wurden im Rahmen der Möglichkeiten wieder regelmäßig abgehalten. Fleißiges und intensives Training sorgte dafür, dass die eigenen Vereinsmitglieder bei Wettkämpfen in Aachen, Gladbach und Jülich immer die vordersten Plätze belegen konnten.

30 Jahre OG 1920 Eschweiler

Die Vereinsmitglieder wussten nicht nur feste zu arbeiten, sondern auch zu feiern. Bereits im Jahr 1950 – die Ortsgruppe bestand nun 30 Jahre lang – gab es am 3. und 4. November eine Kappensitzung sowie einen Werbeumzug, in dem Schäferhunde den Zuschauern eine Kostprobe ihres Wesens darboten. Diese Werbemaßnahme war offensichtlich von Erfolg gekrönt, wie die Statistik erkennen lässt.

Zwischen 1952 und 1954 zählte die Ortsgruppe 40 aktive Mitglieder – innerhalb von vier Jahren hatte sich die Zahl der Hundeführer fast verdoppelt! Bei den Stadtwettkämpfen zwischen Düren, Jülich und Eschweiler stellten die Vertreter der OG 1920 regelmäßig die Sieger.

Einladung zum ersten offiziellen Jubelfest

1955 stand unter dem Zeichen des 35-jährigen Ortsgruppen-Bestehens. Gefeiert wurde bei Musik und Tanz im Hotel Wantzen in Eschweiler. Einladungen zur Jubiläumsfeier ergingen an 10 SV-Ortsgruppen aus dem benachbarten Umfeld, die man von gemeinsamen Prüfungen her kannte. Die Resonanz war enorm: 150 Teilnehmer fanden sich zum fröhlichen Feiern ein.

Inzwischen war das sportliche Niveau der OG 1920 Eschweiler so angestiegen, dass man noch im selben Jahr einige Hunde zur Internationalen Bundessieger-Schau nach Düsseldorf schicken konnte.

Wechsel in der Vereinsführung

Im folgenden Jahr – 1956 – fand man in der Gaststätte Ruland auf der Wollenweberstraße ein neues Vereinsheim. Auf der Jahreshauptversammlung wurde Hans Kaiser zum Ersten Vorsitzenden der SV-Ortsgruppe gewählt. Unter seiner Leitung fand der SV einen Übungsplatz an der Kläranlage, auf dem die Mitglieder ein Vereinsheim provisorisch einrichteten. Jetzt konnte endlich unabhängig von den Fußballern mit den Hunden trainiert werden.

Gefahr durch Tollwut

Auf eigenem Platz wollte die Ortsgruppe erst recht die Reihe der sportlichen Erfolge fortsetzen. Doch da wurden Eschweiler und seine Umgebung von einer Tollwutepidemie heimgesucht. Weil es die Schutzimpfung gegen diese Seuche noch nicht gab, waren alle Hundesportler zur Tatenlosigkeit verurteilt. Mit dem Üben musste man warten, bis das Okay vom zuständigen Veterinäramt kam.

Kräftemessen im engen Kreis

1958 konnte zum ersten Mal nach der Tollwut wieder ein Städtewettkampf zwischen Eschweiler, Düren und Eilendorf stattfinden. Bei diesem sportlichen Kräftemessen erwiesen sich die Eschweiler Hundesportler als die besten und entschieden den Wettbewerb für sich.

Im Anschluss wurde ein Werbeumzug durch die Stadt mit rund 100 Hunden aus allen beteiligten Ortsgruppen veranstaltet. Wieder einmal gewannen die Deutschen Schäferhunde durch ihr Wesen Sympathien im interessierten Publikum.

Schon wieder ein Jubiläum!

Die Mitglieder der OG 1920 Eschweiler haben schon immer gern gefeiert. 1960 bot sich erneut ein Anlass zu einem Fest: das 40-jährige Bestehen. Um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, wurde eine Schau auf dem Patternhof in Eschweiler ausgetragen. Nach der Ausschreibung wurden 141 Hunde zur Teilnahme gemeldet. Die Veranstaltugn verlief reibungslos. Diesen Umstand wussten die Hundefreunde später doppelt zu schätzen: Nur kurze Zeit darauf gab es erneut eine Tollwutsperre. Wiederum war der Hundesport in und um Eschweiler lahmgelegt.

Offizielle Namensgebung

Auch im Jahr 1965 wurde ein Fest gefeiert: Die Ortsgruppe wurde 45 Jahre alt. Die Hundefreunde entschieden sich, der Gründung ihres Vereins diesmal mit einer Familienfeier zu gedenken.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde dem Verein sein offizieller Name gegeben. Von nun an hieß die Ortsgruppe: SV-OG 1920 Eschweiler. In der Folgezeit bescheinigten hervorragende Ergebnisse bei Schauen und auf Prüfungen, dass in der Ortsgruppe eine kontinuierlich gute Vereinsarbeit geleistet wurde.

Ein neuer Platz musste her

Der Übungsplatz an der kläranlage, den die OG als Untermieter vom Landwirt Thelen nutzte, musste am 30. Juli 1967 aufgegeben werden, weil die Stadt Eschweiler als Eigentümerin keine Untervermietung dulden wollte. Sie bot den Hundefreunden aber ein Grundstück zur Pacht an, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft des bisherigen Übungsgeländes befand. Der zukünftige Übungsplatz musste aber zunächst von einer Planierraupe eingeebnet werden, sa sich dort noch Fundamente von Gartenlauben befanden. Alle Vereinsmitglieder halfen nach Kräften fleißig mit, das Gelände zweckmäßig zu gestalten.

Die Tücken des Wetters

Das frühere Vereinsheim, eine Baubude, war nicht mehr transportfähig und wurde verbrannt. Vereinswirt Schüppen sah sich in die Pflicht genommen, den Hundesportlern auf ihrem neuen Übungsplatz eine neue Baubude als Heim zur Verfügung zu stellen. Das gute Stück fiel jedoch – zum Glück noch nicht bezogen – einem Sturm zum Opfer.

Nachdem das Grundstück gemäß den Ansprüchen eines Schäferhundvereins hergerichtet war, wurde von der ASEAG ein ausgedienter Bus erworben und als Vereinsheim eingerichtet.

Und nun das Goldjubiläum!

Im Jahr 1970 beging die Ortsgruppe im Vereinslokal Schüppen in aller Feierlichkeit das 50-jährige Bestehen der SV-OG 1920 Eschweiler. Dem Geburtstagskind sprachen Ehrengäste der Stadt Eschweiler und des Kreises Aachen sowie die Richter Stappen und Wieser ihre Glückwünsche aus. Auch acht andere Ortsgruppen gratulierten zum goldenen Vereinsjubiläum. Die Festrede hielt voller Stolz Ehrenvorsitzender Hans Kaiser. Johann Schmitz erhielt als einer der Mitbegründer des Vereins eine Auszeichnung.

Der Kampf um ein eigenes Grundstück begann

Zum 1. September 1970 kündigte die Stadt Eschweiler der Ortsgruppe den Pachtvertag für das Übungsgelände hinter dem Schlachthof. Diesmal bot sie den Hundefreunden allerdings keinen Ersatz an. In ihrer Not wandten sich die Mitglieder des Vereins an den Eschweiler Stadtdirektor Bernhard Sperlich. Der sagte dem SV seine Unterstützung zu und erreichte, dass ein Pachtvertrag zwischen der Stadt und dem Verein über ein Wiesengrundstück, gelegen am Eschweiler Waldrand, abgeschlossen wurde. Die Pachtzeit sollte vom 1. November 1970 bis zum 31. Oktober 1997 dauern. Gleichzeitig reichte der Verein einen Bauantrag für ein Vereinsheim ein, der auch genehmigt wurde.

Ohne Angabe von Gründen wurde der Pachtvertag jedoch schon am 2. November 1970 durch die Stadt Eschweiler widerrufen. Damit betrug die Pachtdauer insgesamt genau 24 Stunden – rekordverdächtig!

Fortsetzung der unendlichen Geschichte

Am 26. Februar 1971 wurde mit der Stadt Eschweiler ein neuer Pachtvertrag für ein Ackergrundstück abgeschlossen. Jetzt erhoben die Bauern und die Jagdgenossenschaft Einspruch. Sie schalteten den Rheinischen Landwirtschaftsverband und die Landwirtschaftskammer ein, weil sie erreichen wollten, dass die Zugangsstraße zum betreffenden Grundstück „Auf den Stöcken“ nur für landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben wird. Mitglieder und Besucher des Hundevereins sollten nach dem Willen der Landwirte und Jäger die Zufahrt nicht benutzen dürfen.

In dieser Situation erklärte sich die Stadt Eschweiler aber bereit, die Wiese zwischen Kläranlage und der, die zu dem Zeitpunkt an Landwirt Thelen verpachtet war, dem Verein zur Pacht anzubieten. Kurze Zeit später nahm sie ihr Angebot wieder zurück. In diesem Stadium der Verhandlungen kam der Geschäftsführer der Jagdgenossenschaft den Hundefreunden zu Hilfe. Er machte den Vorschlag, dass die Stadt Eschweiler das Grundstück Eschweiler „Im Felde“ an den SV verpachten sollte. Hier würden weder die Landwirte noch der Jagdpächter Einspruch erheben.

Entscheidungen im Omnibus

Am 26. September 1971 wurde eine Mitglieder-Versammlung einberufen, in der die Grundstücksfrage geklärt werden sollte. Als Versammlungsort stellte SV-Mitglied Willi Taeter einen seiner Omnibusse zur Verfügung. Der alte Vereinsbus war mittlerweile beim Schrotthändler gelandet.

Nach teilweise heftigen Debatten kamen die Vereinsmitglieder überein, auf den Vorschlag von Willi Taeter einzugehen, der als Beauftragter der Ortsgruppe die Gespräche mit der Stadt Eschweiler führte. Er gab den Rat, das Grundstück „Im Felde“ in Eschweiler-Bergrath zu pachten. Die Stadtverwaltung lehnte den Pachtvertrag zunächst ab. Es folgten zähe Verhandlungen über mehrere Tage.

Happy End für die Hundefreunde

Am 4. Oktober 1971 wurde das umstrittene Grundstück „Im Felde“ für die Zeit vom 1. November 1971 bis 31. Oktober 1997 schließlich unter Vertrag genommen. Jetzt wurde der Platz mit Feuereifer auf Hochglanz gebracht. Unter der Leitung von Laurenz Plum und den wenigen noch verbliebenen Mitgliedern der Ortsgruppe, konnte mit dem Bau des Vereinsheimes begonnen werden. Voller Begeisterung halfen alle tatkräftig mit und opferten manchen Feierabend. Pünktliche zu Silvester 1971 war der Rohbau fertig.

Einweihung von Übungsplatz und Vereinsheim

Zu Beginn des neuen Jahres wurden die Arbeiten zum Abschluß gebracht. Im Februar 1972 wurde in neuer Umgebung ein neuer Vorstand gewählt.

Vorsitzender: Wilhelm Taeter
Zuchtwart: Karl-Heinz Lersch
Übungswart: Laurenz Plum
Kassenwart: Karl-Rudolf Risse
Schrift- und Jugendwart: Heinz-Josef Knörchen
Getränkewart: Josef Jansen
Platzwart: Walter Schulz
Figuranten im Schutzdienst: Karl-Heinz Lersch, Laurenz Plum, Heinz-Josef Knörchen und Rolf-Dieter Sprado

Am 12. März 1972 weihte man den Platz mit einer Schutzhundprüfung ein. Leistungsrichter war Herr Rudi Heuer aus Düren. Die offizielle Einweihungsfeier des Vereinsheimes fand mit einer Feier am 30. März 1972 statt.

1974 hatte der Verein eine Mitgliederstärke von 42 Mitgliedern. Es wurde ein Aufnahmestopp verhängt.

In den 60er und 70er Jahren war es Ostermontag Tradition, nach Eschweiler zur Sonderschau zu kommen. Im Wechsel mit OG Röthgen wurde alle 2 Jahre eine Sonderschau für Deutsche Schäferhunde im Stadion Patternhof durchgeführt.

Die Zeit der 70er und 80er Jahre kann man als die goldene Ära der Nachkriegszeit bezeichnen. Jährlich nahmen Mitglieder der Ortsgruppe an Landesgruppen-Ausscheidung und Landesgruppen-Fährtenhundprüfungen teil.

Der Eschweiler Stadtpokalkampf wurde ins Leben gerufen. Jährlich wetteiferten 4 SV-Ortsgruppen Dürwiss, Röthgen, Nothberg und 1920 sowie 2 DVG-Vereine Waldschule und Weisweiler um die Stadtkrone im Hundesport.

Am 14. Juni 1975 wurde nach einem Terrassenausbau unser Vereinsheim vergrößert. Es wurden eine stabilere und größere Theke sowie ein offenen Kamin eingebaut. Maßgeblichen Anteil an diesem Ausbau hatten Sägewerksbesitzer Alfons Conrads und Fliesenleger-Meister Laurenz Plum.

Auf der Bundessieger-Zuchtschau in Essen 1975 stellte die Ortsgruppe mit den Mitgliedern: Heinz-Josef Knörchen, Rolf Dieter Sprado, Wilfried Reisgen und den Gebr. Hubert, Gerd und Willi Kreutz die Ringbetreuung der Junghundklasse Rüden unter Zuchtrichter Wienecke sowie später noch im Hauptring der Gebrauchshundklasse Rüden unter SV Präsident Dr. Rummel.

Sportlicher Erfolg einmal anders

Am 10. Juli 1976 forderte die OG Eschweiler 1920 die Ortsgruppe Eschweiler Röthgen zu einem Fußballspiel auf. Erwartungsgemäß gewann die OG Eschweiler 1920 mit 8 : 3 Toren. Bei einem anschließenden gemeinsamen Grillen feierten die einen ihren Sieg, die anderen suchten Trost in der Niederlage. Jedenfalls endete die Begegnung feucht und fröhlich.

Höhepunkte in den 80er Jahren

Im Lokal Bohler Heide fand am 31. Mai 1980 die Jubiläumsfeier zum 60-jährigen Bestehen der Ortsgruppe Eschweiler statt. Die Festrede hielt Willi Taeter. Mit seinen Plaudereien aus der Vereinschronik weckte er bei manchem Hundefreund fast vergessene Erinnerungen.

Im Jahre 1985 wurde dem Verein überraschend eine große Ehre zu teil. Horst Hrubesch, ehemaliger Mittelstürmer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, zu der Zeit in Diensten bei Standard Lüttich, nahm mit seinem Hund Alf an der Frühjahrsprüfung der OG Eschweiler 1920 teil. Er stellte sein Können unter Beweis und gewann den Wettbewerb.

Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Durchführung der Landesgruppen-Ausscheidungsprüfung am 2. und 3. September 1989. Der OG-Vorsitzende Werner Wolff konnte neben vielen Vertretern aus Politik und Wirtschaft 58 Hundeführer mit ihren Hunden begrüßen.

70 Jahre Vereinsarbeit

Durch die Arbeit mit den Hunden verstrich die Zeit wie im Flug und schon konnte man 1990 das 70-jährige Jubiläum des Vereins für Deutsche Schäferhund SV OG Eschweiler 1920 feiern. Der Festabend fand im Restaurant Bohler Heide statt. Der Vorsitzende Werner Wolff begrüßte neben Bürgermeister Günter Wagner auch Vertreter der beiden großen Ratsfraktionen. Es gratulierten ebenfalls Abordnungen der 6 Hundesportvereine aus Eschweiler. Bürgermeister Günter Wagner bescheinigte dem Geburtstagskind, dass eine hervorragende Arbeit mit den vierbeinigen Kameraden geleistet werde, die an den sportlichen Erfolgen abzulesen sei. Die Laudatio hielt der Landesgruppen-Vorsitzende Erwin Wieser aus Eschweiler. Er ließ die Geschichte des Vereins Revue passieren und zeichnete Höhen und Tiefen des Vereinslebens auf. Eine besondere Ehre und Auszeichnung für ihre Verdienste um die OG Eschweiler 1920 erhielten aus der Hand des Landesgruppen-Vorsitzenden die Mitglieder Laurenz Plum und Heinz-Josef Knörchen. Nach dem festlichen Teil ging man zum Programm über.

75 Jahre SV Eschweiler 1920

1995 feiert der SV Eschweiler 1920 sein 75-jähriges Bestehen im Lokal Esser-Daun in Eschweiler. Vorsitzender Heinz-Josef Knörchen konnte eine große Anzahl von Gästen, darunter Bürgermeister Esser, begrüßen. Die Laudation hielt der Landesgruppen-Schriftwart Horst Cremer, stellvertretend für den verhindertenb Landesgruppen-Vorsitzenden Erwin Wieser, der in Übersee weilte.

Am 18. Juni 1995 führte die OG aus Anlaß ihres 75-jährigen Jubiläums einen Pokalkampf mit 40 Teilnehmern durch.

Ein Verein mit Tradition

Es hat sich eingebürgert, dass die OG Eschweiler 1920 einmal im Jahr einen Wandertag veranstaltet. Die Strecke ist im Wechsel einmal der Stadtwald Eschweiler und der Blaustein-See. 1998 war dies jedoch anders. Man fuhr mit der Bahn zur Ahr und begab sich auf Rotwein-Wandertour.

Rekordverdächtige Herbstprüfung

Eine Sensation in der OG Eschweiler 1920 war die Herbstprüfung vom 2. bis 4. Oktober 1998. Noch nie in der Vereinsgeschichte hatte es eine Prüfung über 3 Tage gegeben. Einige Hundeführer mußten sogar eine Absage hinnehmen. So stellten sich dann 28 Teilnehmer mit ihren Hunden dem Leistungsrichter Bernd Wilden zur Bewertung vor. Prüfungsleiter und Vorsitzender Heinz-Josef Knörchen bedankte sich bei all seinen Mitgliedern für die großartige Arbeit im Bedienen der vielen Gäste.

Radfahren im Schnee

Ein Ereignis besonderer Art war die Ausdauerprüfung am 23. April 1999. Bei trockenem und gutem Wetter machten sich 8 Hundeführer auf die 20 km lange Strecke. Die Zweibeiner hatten es da etwas bequemer. Sie durften die Strecke mit dem Fahrrad bewältigen. Nach dem Start um 17 Uhr hatte Petrus an diesem Tag wahrscheinlich keine gute Laune. Innerhalb kürzester Zeit zogen dunkle Wolken auf. Nach einer Fahrtstrecke von 5 km setzte plötzlich heftiger Schneefall ein. Am Ende der Strecke, das alle Hundeführer und Hunde erreichten, lagen sage und schreibe 8 cm Schnee. Man hätte die Prüfung auch auf Skiern absolvieren können. Trotz dieser widrigsten Umstände hatte alle Teilnehmer und Hunde die Prüfung bestanden.

80 Jahre OG Eschweiler 1920

Das Jubiläumsjahr 2000 wurde am 21. Mai mit einer Feldmesse auf dem Übungsplatz im Felde von Pastor und Pferdefreund Erwin Laurenz Schmitz, kurz Els genannt, feierlich eröffnet. In Anwesenheit des stellvertretenden Landrats, sowie des Landesgruppenvorsitzenden Erwin Wieser, wurden alle anwesenden Hundeführer mit ihren Hunden gesegnet. Anschließend erfolgte eine Agility-Vorführung der Hundefreunde aus Eschweiler-Aue. In gemütlicher Runde ließ man den Tag ausklingen.

Den sportlichen Höhepunkt feierte man am 4. Juni bei einem Jubiläums-Pokalkampf, der von Leistungsrichter Horst Cremer gerichtet wurde.

Für die Öffentlichkeitsarbeit engagierte sich die OG auch in Schulen durch Werbevorführungen.

Ein Höhepunkt in den letzten Jahren war wohl die Teilnahme am großen Jubiläumszug zum 150-jährigen Bestehen der Stadt Eschweiler. Am 26.4.2008 nahm unsere Ortsgruppe mit 20 Personen und 16 Hunden daran teil. Die Resonanz der am Wegesrand stehenden tausenden von Zuschauern war sehr groß

Und heute am 8. Mai 2010 steht wieder ein Jubiläum an. 90 Jahre OG Eschweiler 1920, wozu das Brauhaus Pelzer zu einem rheinischen Abend eingeladen wurde. Die OG zählt im Jubiläumsjahr 25 Mitglieder.

Die Vorsitzenden der SV OG Eschweiler 1920

1920 – 1925 Herr Kruhm (Bankdirektor)
1925 – 1938 Herr Hartwig (Zahnarzt)
1938 – 1948 kein Vereinsleben (2. Weltkrieg)
1948 – 1950 Herr Wirtz (Schuldirektor)
1950 – 1956 Adolf Bittner (Sattlermeister)
1956 – 1969 Hans Kaiser (Verwaltungsangestellter RBW)
1969 – 1972 Karl-Heinz Lersch (Baupolier)
1972 – 1974 Wilhelm Taeter (Busunternehmer)
1974 – 1977 Heinz-Josef Knörchen (EH-Kaufmann)
1977 – 1979 Wilhelm Taeter (Busunternehmer)
1979 – 1986 Hans Kaltenhäuser (Friseurmeister)
1986 – 1992 Werner Wolff (Kreisgeschäftsf. CDU)
1992 – Heinz-Josef Knörchen (Metzgereibesitzer)